Den Motivkontrast Messen und Meistern | Filter in der Landschafts Fotografie

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monolake2

Arbeiten mit Licht

Fotografie ist zu großen Teilen ein Handwerk: Handwerk heisst in diesem Zusammenhang, dass man wie ein Tischler, Kürschner oder Konditor seinen Werkstoff verstehen, interpretieren und formen können muss.

Der Werkstoff eines Fotografen ist Licht.

Um beseelte und atmosphärisch dichte Fotografien zu gestalten, muss man verstehen, wie man Licht messen, interpretieren und schlussendlich auch Formen kann.

Das gilt für jedes fotografische Sujet im gleichen Maße, egal ob man sich in der Portrait, Tier, Sport oder der Reportagefotografie bewegt.

Für jedes dieser fotografischen Betätigungsfelder gilt:

Das Licht macht ein Foto besonders.
Das Licht haucht ihm Leben ein.
Das Licht gibt dem Foto Tiefe und Kraft.

Das Problem mit dem wir in der Landschaftsfotografie tagtäglich zu tun haben ist, dass wir mit dem vorherrschenden Licht arbeiten müssen.
Wir haben keine Lichtformer wie ein Studiofotograf.
Auch können wir eine Landschaft mit Blitzen oder Kunstlicht nicht im gewünschten Maße arbeiten. 

Landschaftsfotografie ist immer Available Light Fotografie

Den Motivkontrast beherrschen

Landschaftsfotografen sind immer die Ersten und die Letzten an einer Location anzutreffen, um das erste und das letzte Licht des Tages einzufangen.

Für mich ist der schönste Zeitpunkt für meine Fotografie immer der frühe Morgen. Die Luft ist frisch und duftet nach frisch gewaschener Bettwäsche Wink.
Der ganze Tag liegt noch vor einem und man kann mit einem wunderbaren Heißgetränk seinen Gedanken nachhängen und dabei den Sonnenaufgang begrüßen.

Kraft Tanken, die Natur genießen, die Stille und die Einsamkeit sind traumhaft.

Man ist Zeuge, wie die Sonne beginnt noch weit unter dem Horizont alles in wunderbare Art Deco Pastellfarben zu tauchen.
Alles passiert in einer wunderbaren Langsamkeit.
Erlebe das schöne in Zeitlupe...... Smile

Es gibt aber bei aller Großartigkeit dieser Momente ein fundamentales Problem:

Der Kontrastumfang vor dem Sonnenaufgang kann sehr schnell das Lichtaufnahmevermögen der besten Sensoren überfordern.

Der Ein oder Andere kennt das sicherlich. Man steht mitten in der schönsten Landschaft und wird Zeuge eines wunderbaren Sonnenaufgangs. Aber wenn man versucht, diese zu fotografieren ist der Himmel entweder total weiss, oder die Farben sind ausgewaschen.

Belichtet man jetzt auf einen voll durchgezeichneten Himmel, wird dieser zwar wunderbar wieder gegeben, aber dafür ist der Vordergrund total abgesoffen und konturlos.

Das liegt einfach daran, dass der Unterschied zwischen den dunkelsten Bildelementen und den Hellsten nicht auf den Sensor passen. 

Die Decke ist einfach zu kurz, ziehe ich sie hoch frieren die Füße, bedecke ich diese friert der Oberkörper.
Ausweglos.

Es gibt zwei Möglichkeiten dieses Dilemma zu lösen eine vor Ort und bereits bei der Aufnahme und eine unter Verwendung mehrerer Aufnahmen und anschließendem Verrechnen dieser Fotos:

  1. Verwenden von Grauverlaufsfiltern (Graduated Neutral Density Grad)
  2. Erstellen von Belichtungsreihen für HDR oder DRI Aufnahmen

Die Verwendung von Grauverlaufsfiltern

Wir verwenden seit Jahren Grauverlaufsfilter um die vor Ort gegebenen Lichtmengen direkt bei der Aufnahme zu steuern. Vorteil ist dass man sofort sieht ob die Belichtung funktioniert hat oder nicht. 

Nichts ist schlimmer als am Mono Lake Tausende KM von zuhause einen grandiosen Sonnenaufgang zu belichten nur um zuhause feststellen zu müssen dass man aus der Belichtungsreihe kein Topprint generieren kann.

Ich brauche das beruhigende Gefühl sofort und am Ort des Geschehens sicher zu sein:

"Das Passt so !"

Was ist ein Grauverlaufsfilter ?

Bei einem Grauverlauf handelt es sich in aller Regel um ein Polymermaterial dass im unteren Bereich durchsichtig und im oberen Neutralgrau eingefärbt ist.

Diese Filter gibt es in verschiedenen "Verdunklungsgraden", diese Verdunklung wird in sogenannten "Dichten", "Blendensprüngen" oder Lichtwerten (LW) angegeben.

So halbiert ein NDG (Neutral Density Grad) 0.3 die Lichtmenge im Hellen Himmelsbereich des Fotos.
Bei der Verwendung eines NDG 0.6 wird die Lichtmenge im Himmel zweimal halbiert, beim 0.9er wären es dann drei Halbierungen usw.

Zur Verdeutlichung:
Nehmen wir mal an wir hätten die Kamera fertig eingestellt Blende wäre F-11 und ermittelte Zeit des Kamera Belichtungsmessers für einen sauberen Himmel wären 1/500 Sekunden dann würde der 0.3er aus dieser Zeit 1/250s machen, der 0.6er 1/125s und der 0.9er dann 1/60s.

monolake3

Bei diesem Foto bspw. kam ein HiTech NDG 1.2 mit Softem Verlauf zum Einsatz der Himmel wurde also um insgesamt vier ganze Lichtwerte abgedunkelt !

Man kann sich also Vorstellen was passiert wäre wenn ich ohne diesen Filter versucht hätte dieses Foto zu machen !

Der Himmel wäre bei der selben Schattenzeichnung wie im Foto rechts um ganze vier Lichtwerte zu hell. Er wäre Weiss, eine Weisse Fläche ohne jedwede Bindung zum wunderbaren Vordergrund.

Woher weiss man aber jetzt welche Filterstärke notwendig ist um ein farbintensives und von den Lichtern bis zu den Schatten sauber durchgezeichnetes Foto zu erhalten ?

Motivkontrast ermitteln

Gerade Anfänger machen bei der ersten Nutzung des Grauverlaufsfilters oft den Fehler dass der Vordergrund zwar wunderbar durchgezeichnet ist, der Himmel dafür zu dunkel wird.

Der Himmel ist aber immer heller als der Vordergrund.

Damit das nicht passiert muss man zwei Schritte zur Anwendung bringen:

  1. Zunächst müssen wir den Unterschied zwischen dem dunkelsten Punkt der noch Zeichnung haben soll (der nicht schwarz sein soll) und dem hellsten der nicht weiss sein soll ermitteln.
    Wie macht man das ?

    Ich stelle hierzu die Kamera auf Zeitautomatik gebe irgendeine Blende vor die Bleibt dann eingestellt.
    Dann stelle ich auf Spotmessung und messe den dunkelsten Punkt an.

    Bsp: Kamera ermittelt bei Blende 8 eine Zeit von 1/4s

    Anschließend gehe ich hin und messe auf den hellsten Punkt und merke mir die ermittelte Zeit bspw: Blende 8 Zeit 1/500s
    Jetzt müssen wir die Differenz aus diesen beiden Zeiten ermitteln, genau diese Differenz ist nämlich der vorherrschende Motivkontrast.

    Das geht so:

    1/500s = ist Wert
    1/250s = 1 LW Differenz
    1/125s = 2 LW Differenz
    1/60s = 3 LW Differenz
    1/30s = 4 LW Differenz
    1/15s = 5 LW Differenz
    1/8s = 6 LW Differenz
    1/4s = 7 LW Differenz

    Die Differenz zwischen Hell und Dunkel beträgt also 7 Lichtwerte.
    Das sagt erstmal nichts, ausser dass es sieben ganze Blendensprünge in der Lichtsituation gibt.
    Wichtig ist dass man weiss wieviel Blendensprünge man maximal machen kann damit die Farben intensiv gezeichnet werden und die gesamttonalität passt.
    Ich schaue dass ich nicht über 6 Lichtwerte Tonwertumfang komme in meinen Aufnahmen.
    Besser sind Fünf !

    Welcher Filter müsste jetzt genommen werden um in diesen Rahmen zu kommen ?
    Genau ein 0.6er !

    Thats it jetzt passt alles.

    [Bitte BEACHTEN !
    Die hier genannten Belichtungszeiten haben nichts mit der Belichtungszeit zu tun welche notwendig ist um die gesamte Szenerie in Gänze abzubilden.

    1/500s Belichtungszeit auf den Himmel unter Verwendung der Spotmessung würde den Himmel genauso hell oder dunkel wiedergeben als wäre er 18% Grau !

    Wir behelfen und mit dieser Messmethode nur deswegen um für den hellsten und dunkelsten Bereich im Bild die selben Voraussetzungen zu haben.
    Die Spotmessung sagt uns nur welche Zeiten notwendig sind um die angemessenen Bildpartien 18% Grau zu rendern.
    Die Spotmessung sagt uns nicht welche Belichtungszeit notwendig ist um die gesamte Aufnahme korrekt zu belichten !!!!

    Hier bei diesem Beispiel geht es ausschließlich um die Ermittlung des Motivkontrasts einfach um vorher zu wissen welche Filterstärke notwendig ist um das vorhandene Licht auf 5 LW Sprünge neu zu verteilen !!!!

    Die Eigentliche Belichtungsmessung erfolgt dann mit der ermittelten Filterstärke vor der Linse ! unter Einsatz der Matrixmessung ]

Wie man es hinbekommt dass der Himmel sich im Verhältnis 1:1 im Wasser spiegelt werde ich an dieser Stelle nicht erklären das ist Kür und wird im Rahmen unserer Workshops im direkten Dialog vermittelt.Wink

monolake1

Ich wünsche euch weiterhin gut Licht und möge das Licht immer mit euch sein..... 

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Für mich ist die Fotografie das perfekte Medium um für mir klar darüber zu werden warum ich Dinge als schön empfinde. Sie ist in erster Linie ein perfektes Alibi um meinem Alltag auf Wiedersehen zu sagen. Oft gehe ich raus, geniesse die mich umgebende Natur. Das sieht dann so aus, daß ich Morgens das Haus verlasse, beladen mit Musik, Tabak und Tee und geniesse einfach da zu sein und irgendwann in der späten N8 hat mich die Realität dann wieder. Tja und zwischendurch drücke ich dann auf den Auslöser um ein wenig von dem was ich erleben und sehen durfte für mich festzuhalten. Ein jedes meiner Fotos entspringt somit meinem törichte Verlangen das wahre, schöne und gute mitzunehmen und anderen vom erlebten zu berichten.

Thats it eigentlich, meine ureigene törichte und bescheidene Art der ZEN Fotografie :-)

Kommentare

  • Gast
    Andre Mittwoch, 28 März 2012

    Hey Serdar,
    schön geschrieben! Dein Beispiel im Text fängt aber nicht bei 1/500 an, sondern bei 1/2000...
    Dann wären es 9 LW Differenz und ein ND 1.2.
    Oder habe ich das falsch verstanden???

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  • Serdar Ugurlu
    Serdar Ugurlu Mittwoch, 28 März 2012

    Stümmt ich berichtige das noch geschwind

  • Gast
    Conny Mittwoch, 28 März 2012

    Sedar, Du kannst wunderbar schreiben und einen mitreissen. Auch kommt ganz viel Gefühl und Hingabe mit zum Ausdruck..und das von Dir vermittelte Wissen ist natürlich auch interessant.

    LG Conny

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  • Gast
    Stefan Mittwoch, 28 März 2012

    Sehr informativer Beitrag, danke dafür!

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  • Serdar Ugurlu
    Serdar Ugurlu Donnerstag, 29 März 2012

    @Conny
    Danke Schnuff es freut mich dass es kurzweilig zu lesen ist, Wissen muss lecker gekocht werden finde ich dann sitzt es schneller :D

    @Stefan
    Dir auch vielen Dank, ich hoffe du kannst das eine oder andere für deine Fotografie abernten und zur Anwendung bringen.

    LG
    Serdar

  • Gast
    Yvonne Stroh Donnerstag, 29 März 2012

    He Serdar, diese Suppe war lecker! Bitte mehr davon. :)LG Yvonne

  • Gast
    Bernhard Wimmer Samstag, 31 März 2012

    http://itunes.apple.com/de/app/nd-rechner/id511731370?l=de&mt=8 - wenn man sich das berechnen sparen will gibts hier eine nette gratisapp :)

  • Gast
    Tobi Mittwoch, 04 April 2012

    Hallo Serdar,

    warum strebst Du nur sechs (besser fünf) Blenden Unterschied an? Selbst billige Kompaktknipsen haben doch heute eine Dynamik von sieben Blenden? Von meiner neuen D800 :( mit ihren 14,5 gar nicht zu reden.

    Tobi

  • Serdar Ugurlu
    Serdar Ugurlu Donnerstag, 05 April 2012

    Hallo Tobi,

    gute Frage warum gehe ich hin und strebe einen im abgebildeten Motivkontrast von fünf oder sechs LW an ?
    Nun weil es den Farben und deren Sättigung gut tut.

    Ein JPG hat ein "Kontrastaufnahme bzw Wiedergabevermögen" von 8 Blenden mehr passt nicht rein !
    8 Blenden von Schwarz bis Weiss.

    Wenn du jetzt hingehst und in deinem Bild alles was schwarz ist wegnimmst sind es 7 LW die auf den Platz von 8 LW NEU verteilt werden ! Nimmste Weiss auch wech sind es auf einmal nur noch 6 LW die sich NEU auf den Platz von 8 LW verteilen !

    Wichtig ist folgendes: Das Foto soll natürlich voll durchgezeichnet und die Tonwerte so möglich optimal verteilt werden. Stichwort hier:

    Der Sensor muss mit Licht gefüllt werden.

    Und genau das tun wir ja auch nur vor dem Hintergrund dass wir bei der Aufnahme steuern was wir aufm Bild haben wollen und was nicht !
    Nur weil unsere Kamera N Blendenstufen Dynamikumfang hat heisst es nicht dass wir die volle Dynamik ins JPG bekommen und oder bekommen wollen.

    Es ist für die spätere EBV Arbeit von enormer Bedeutung dass eine Kamera einen hohen Dynamikumfang hat (nicht umsonst habe ich vier Jahre lang mit der Fuji S5 Pro gearbeitet) man muss nur zusehen dass die Bildinformationen die man hat auch gut verteilt werden.

    Ich hoffe dass ich es halbwegs sauber habe ausdrücken können......

  • Gast
    A. Koschinowski Donnerstag, 05 April 2012

    Hallo Serdar,
    wieder einmal alles Wichtige auf den Punkt gebracht.
    Perfekte Darstellung wie in den Workshops!

    Zum Thema "5 Blenden sind optimal", ist es vielleicht interessant nachfolgenden Link
    sich anzuschauen. Der Belichtungsmesser ist stets auf ein mittleres grau kalibriert.
    Meister Adams läßt auch hier grüßen.
    "Der mittlere Grauwert ist definiert als eine Fläche mit einer Lichtabstrahlung von 18 % – dem mittleren Remissonswert (oder auch „Zone V“), zwischen zeichnungslosem Weiß und tiefem Schwarz; bezogen auf einen wiedergebbaren Kontrastumfang von fünf Belichtungsstufen."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Belichtungsmessung

    Allzeit gutes Licht,
    Gruss Andre

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  • Serdar Ugurlu
    Serdar Ugurlu Donnerstag, 05 April 2012

    Hallo Andre,

    schön von dir zu lesen !!!
    kannst du mir bei Gelegenheit nochmal den Namen des Fachbuchs schicken was wir uns auf Rügen reingezogen haben ? Das Englisch sprachige....
    Merci :-)

    Das Zitat kommt meiner Intention schon recht nahe aber ich glaube ich muss es im Hauptbeitrag nochmal ein wenig vertiefen und mehr Substanz da rein bringen.. Dann wird es vielleicht klarer.

    Ich wünsch dir gut Licht Andre
    Danke für den Beitrag
    LG

    Serdar

  • Gast
    Markus Samstag, 14 April 2012

    Super erklärt, vielen Dank!
    Das mit den 5 Blendenstufen war mir neu, aber deine (eure) Bilder sprechen für sich!

    Macht weiter so, ich hoffe demnächst auch einen, für mich passenden, Workshop bei euch zu besuchen.
    Viele Grüße
    Markus

  • Gast
    Thomas Dienstag, 17 April 2012

    Hallo, ich verfolge eure Arbeiten nun schon etwas länger und bin wie der Großteil begeistert davon. Auch euer Blog gefällt mir gut. Zum obigen Artikel habe ich aber doch noch eine Frage. Wenn ich eine Spotmessung (ohne eingestellte Belichtungskorrektur!) auf sagen wir mal die Wolken mache, dann ermittelt mir die Kamera ja quasi: "das ist die Belichtung der Wolken wenn diese später 18%grau entsprechen sollen!" Das gleiche bei den Schatten. Nun ist es aber meißtens so dass wir die hellsten Stellen ja nicht grau sondern etwa 2 EV überbelichten (so dass noch Zeichnung vorhanden ist) und die Schatten nicht 18% grau sondern in etwa 2 EV unterbelichten (immer ausgehend von der Messung für 18%grau). Bei deinem Beispiel würde demnach der Motivkontrast ja erheblich sinken da wir die Wolken nun nicht wie die Messung ergab mit 1/500 benötigen sondern mit 1/125 (+2EV). Die Schatten nicht wie gemessen mit 1/4 sondern mit 1/15 benötigen (-2EV). Das ergibt ja einen Motivkontrast für ein Bild in dem die Schatten durchgezeichnet und die Lichter nicht ausgefressen sind von 3 Blenden oder habe ich da einen Denkfehler drin? Für eine klärung an dieser Stelle wäre ich echt dankbar!
    Gruß Thomas

    Antworten Abbrechen
  • Serdar Ugurlu
    Serdar Ugurlu Donnerstag, 26 April 2012

    Hi There Thomas,

    du gehst bei deinem Denkansatz von einer normalen Messung aus, also anders ausgedrückt beschreibst du die richtige Vorgehensweise bei der Anwendung der klassischen Messmethoden Integral und Spot für die Ermittlung der korrekten Belichtungszeit und unter Berücksichtigung des Umstandes dass diese Old School Messmethoden alles als 18% Grau definieren.

    Bei meinen Ausführungen geht es aber nicht um die Ermittlung der korrekten Belichtungszeit für eine Szene sondern ausschließlich darum wie hoch der Unterschied zwischen den hellsten und dunkelsten Stellen im Bild haben.

    Schwarz ist seiner Natur nach Dunkler als Weiss egal ob der Belichtungsmesser Schwarz auf 18% Grau anhebt oder nicht, ganz einfach weil er Schwarz eben viel länger dem Licht aussetzen muss als Weiss damit es dieses 18% Neutralgrau erreicht.

    Wir wollen ja genau diesen Unterschied ermitteln eine Umrechnung ist daher nicht notwendig.

    Nachdem ich den Motivkontrast ermittelt und auf diesem Weg die notwendige Grauverlaufsdichte herausgefunden habe wechsle ich wieder auf die Matrixmessung setze den Filter auf und messe auf die gesamt Szenerie.

    Ich hoffe ich habe es halbwegs nachvollziehbar erklären können.
    Für deinen Schottland Trip wünsche ich dir BEST LOIGHT !

    ;)

  • Gast
    Thomas Donnerstag, 26 April 2012

    Hallo und willkommen zurück! Danke für deine klärende Antwort. In der Tat bin ich davon ausgegangen dass du im Endeffekt deine Belichtung Manuell aufgrund deiner zuvor getätigten Messungen einstellst. Wenn du nach dem Ermitteln wieder auf Matrix stellst ist es klar. Hier wirst du dann je nach überwiegendem Hell -oder Dunkelanteil mit der Belichtungskorrektur arbeiten oder, wenn du nach Histogramm alle Tonwerte erfasst hast diese später am PC einstellen richtig? Danke für deine Antwort, gruß Thomas

    Antworten Abbrechen
  • Deryk Baumgärtner
    Deryk Baumgärtner Dienstag, 17 April 2012

    Serdar ist gerade in Norwegen. Er wird nach seiner Rückkehr am 24.04. sich dann Deiner Frage annehmen :D LG

    Antworten Abbrechen
  • Gast
    Thomas Dienstag, 17 April 2012

    Ok, danke, hoffe er ist nicht sooooo lange weg, fahre nämlich selbst bald nach Schottland, und bis dahin muss ich meinen Workflow perfektioniert haben:D

  • Gast
    K.Grass Samstag, 02 Juni 2012

    Was ein klasse Beispiel dafuer wie man eine Menge Informationen in eine kurzen Text packen kann der auch noch einen Heidenspass macht ihn zu lesen!
    Awesome!
    Und erst die Metaffa mit der Decke!
    Einfach genial!
    Bitte mehr davon!
    Gruesse Kilian

  • Gast
    Hannes Samstag, 01 September 2012

    Auf der Seite von Lee Filter ist auch beschrieben wie man den "richtigen" Grauverlauffilter herausfindet. Die Methode dort unterscheidet sich von eurer aber deutlich. Dort wird der Motivkontrast mit der Mittenbetonten Messung ermittelt und dann soll dieser auf EINEN Blendenwert veringert werden.

    This can give very acceptable results with a high rate of success.
    Establish your foreground base exposure

    Set camera to manual. Point lens at foreground and take average centre weighted meter reading through the lens.
    Take a sky reading

    Note the exposure difference between ground and sky.
    Select a ND Grad

    Select the right ND grad to correct exposure difference to within 1 stop. For example, if the sky is 3 stops brighter than the ground, add a 0.6 ND (2 stop) grad filter to the sky only.
    Slide the filter into position

    The grad transition line should be visible through the viewfinder or on the LCD screen. Stopping the lens down and using the depth of field preview can make the grad transition line easier to see.
    Shoot

    Expose image using base exposure already established.


    Muss beide Herangehensweisen testen und bin gespannt welche die besseren Ergebnisse liefert.

  • Serdar Ugurlu
    Serdar Ugurlu Samstag, 01 September 2012

    Hallo Lieber Hannes,

    vielen Dank für deinen Beitrag.
    Die Mittenbetonte Messung unterscheidet sich von der Spotmessung eigentlich nur durch die Größe des Messfeldes.

    Die Ladies und Gentlemen bei Lee Filters beschreiben in deinem oben zitierten Beitrag, dass man darauf achten möge, dass der Himmel eine Blende heller sein sollte als der Vordergrund.

    Sprich ist der Himmel um Drei Blenden heller als der Vordergrund dann sollte man einen Filter mit zwei LW | Dichten | Blenden korrektur verwenden um sicherzustellen dass der Himmel eine Stufe heller ist als der Vordergrund.

    Die machen es im Grunde genauso wie von mir beschrieben, lassen aber die ganze Plörre mit der Bestimmung des dunkelsten Bereich (mit Zeichnung) und dem hellsten Bereich (mit Zeichnung) weg indem Sie sagen man solle auf einen sauber belichtete Vordergrund achten.

    Kann man so machen, es ist nur etwas vage insofern als dass man eben nicht genau weiss ob man den gesamten Tonwertspektrum ermittelt und eingefangen hat oder nicht.

    Viel Spass mit deinen Filtern.

    LG

    Serdar

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Gast Donnerstag, 24 April 2014